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Für FachpersonenEinrichtungen & Pflegekräfte

Queersensibel pflegen und sichtbar werden.

Du arbeitest in der Pflege oder leitest eine Einrichtung? Trag dich ins bundesweite Verzeichnis ein, prüfe deine Angebote und bilde dein Team weiter – so findet die Community dich, und queersensible Pflege wird selbstverständlich.

Pflegende Person legt die Hand auf die Schulter einer älteren Person im Rollstuhl mit Regenbogen-Aufnäher.
Warum queersensibel

Was du als Einrichtung gewinnst

Sichtbarkeit

Werde im bundesweiten Verzeichnis sichtbar – genau dort, wo queere Menschen nach Pflege suchen.

Vertrauen & Sicherheit

Signalisiere klar, dass sich LSBTIQ+-Personen bei dir nicht erklären müssen. Das schafft Vertrauen von Anfang an.

Haltung & Qualität

Queersensible Pflege ist gelebte Qualität: Sie macht Versorgung menschlicher und gerechter.

Handlungsempfehlungen

So gelingt queersensible Pflege im Alltag

Diese Empfehlungen zeigen, wie du Angebote für LSBTI*-Menschen mit Pflege- oder Unterstützungsbedarf gut gestaltest – und eine vertrauensvolle Umgebung schaffst.

Empathie

Einfühlungsvermögen und Empathie

Setze dich mit den eigenen Ansichten, Werten und der eigenen Identität auseinander. Diese Selbstreflexion hilft, die eigene Sichtweise von der der pflegebedürftigen Person zu unterscheiden – und ein empathisches Verständnis für ihr Denken, Fühlen und Handeln zu entwickeln.

Biografie

Biografiearbeit

Die persönliche Geschichte verrät viel über Prägungen, die Gesundheit und Krankheit beeinflussen – auch über Symbole, Bücher oder Bilder im Zimmer. LSBTI*-Personen können genderflexible Verhaltensweisen zeigen, die nicht missverstanden werden sollten, etwa beim Deuten von Schmerzausdrücken.

Anleiten

Empfehlen und Anleiten

Trans* und inter* Menschen finden oft schwer passende Informationen. Bezieh ihr Wissen aktiv ein, sprich Pflegeprobleme gemeinsam an und informier dich über Hormontherapien. Verwende die richtigen Pronomen und akzeptiere die Geschlechtsidentität – besonders bei der Intimpflege.

Beziehungen

Familiäre Beziehungen erkennen

Wahlfamilien werden oft übersehen, weil der Blick auf traditionelle Familien gerichtet ist. Wird die Partnerin einer lesbischen Frau nur als „Freundin“ wahrgenommen, gehen wichtige Informationen verloren. Anerkennung schafft wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Person.

Trauer

Sterben, Tod, Trauer

Wird die*der Partner:in nicht als zugehörig anerkannt, erschwert das die Begleitung. Für ältere LSBTIQ-Personen haben Sterben und Trauer besondere Bedeutung – viele haben die AIDS-Krise der 1980er erlebt. Diese Erfahrungen gehören in eine würdevolle Sterbebegleitung einbezogen.

Nähe

Berührung

Pflege, Untersuchungen und Klinikaufenthalte können Stress und Retraumatisierung auslösen. Gestalte Berührungen bewusst und einfühlsam, um Gefühle von Abhängigkeit oder Machtlosigkeit zu vermeiden – und wahre Selbstbestimmung und Würde.

Willkommenskultur

Artefakte und Zeichen

Eine sichtbare Regenbogenfahne im Eingangsbereich signalisiert Akzeptanz und Respekt. So wird deutlich: Hier herrscht eine offene Kultur. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bildet die rechtliche Grundlage gegen Diskriminierung.

Mit Dank an die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V.: „Pflege unterm Regenbogen“.

Sprache & Haltung

Wie es gelingt – und wie nicht

Kleine Unterschiede in Sprache und Haltung entscheiden darüber, ob sich queere Menschen sicher fühlen. Konkrete Beispiele:

✕ So nicht

Standardformulare mit nur binären Geschlechtsoptionen (männlich/weiblich), ohne Fragen zu Identität.

✓ Besser so

Formulare, die diverse Geschlechtsidentitäten und Orientierungen einbeziehen und offene Fragen zu Bedürfnissen stellen.

✕ So nicht

Heteronormative Annahmen – z. B. automatisch nach „Ehemann“ oder „Ehefrau“ fragen.

✓ Besser so

Neutrale Sprache: „Gibt es eine Partnerin oder einen Partner in Ihrem Leben?“ oder „Wer gehört zu Ihrem engsten Unterstützungskreis?“

✕ So nicht

Eine als „Freundin“ vorgestellte Person automatisch nur als Freundin sehen.

✓ Besser so

Alle Beziehungs- und Familienformen anerkennen und gezielt nachfragen, welche Rolle die Person im Leben spielt.

✕ So nicht

Falsche Pronomen oder Namen verwenden, besonders nach Transition oder Namensänderung.

✓ Besser so

Aktiv nach bevorzugten Pronomen und Namen fragen und sie konsequent in Kommunikation und Dokumentation nutzen.

✕ So nicht

Fehlende sichtbare Zeichen einer inklusiven Umgebung (z. B. keine Regenbogenflagge).

✓ Besser so

Sichtbare Unterstützung zeigen (Regenbogenflagge) und das Team regelmäßig in LSBTI-sensibler Pflege schulen.

✕ So nicht

Themen wie Hormontherapie oder geschlechtsangleichende Operationen unsensibel ansprechen oder ignorieren.

✓ Besser so

Solche Themen offen und respektvoll ansprechen, wenn sie für die Pflege relevant sind, und Maßnahmen an den Bedürfnissen ausrichten.

Zahlen, die es braucht

Warum queersensible Pflege zählt

310.000

queere Menschen benötigen Pflege.

386.000

Angehörige pflegen queere Menschen.

14 %

wissen, dass ihre Pflegekraft über ihre queere Identität Bescheid weiß – 86 % nicht.

Die Gesamtzahl an Pflegeeinrichtungen ist groß – umso wichtiger ist queersensible Aufklärung. Alle Menschen verdienen eine Pflege, die ihre Identität respektiert.

16.100

Pflegeheime

15.300

Pflegedienste

42.500

Alltagshelfende

97 %

ohne Qualitätsstandards im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebenswelten

Unsere Mission

Gleichberechtigung in der Pflege

Wir setzen uns dafür ein, dass jede:r mit Respekt und Verständnis behandelt wird – unabhängig von sexueller Identität oder Orientierung. Gute Pflege berücksichtigt immer die ganze Persönlichkeit.

Wahlfamilie & Zugehörige entlasten

Durch queersensible Unterstützungsangebote werden Wahlfamilie und An- & Zugehörige entlastet – mehr Ressourcen für wertvolle gemeinsame Zeit.

Diskriminierung abbauen

Die bundesweite Verzeichnung von Angeboten und Gesuchen fördert Gleichstellung, wirkt Heteronormativität entgegen und stärkt sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

Pflege sicherstellen

Angst vor Diskriminierung und Scham führen dazu, dass Pflege nicht in Anspruch genommen wird. Spezialisierte Angebote, die Identität respektieren, steigern die Lebensqualität.

Teilhabe ermöglichen

Aktive Teilhabe ist im Alter besonders wichtig. Für LSBTI* ist die Gefahr sozialer Isolation größer, da viele keine Kinder haben oder weniger familiäre Unterstützung erfahren.

Positives Beispiel · Berlin

AlleFarben Alltagshilfe

Auch in der ambulanten Versorgung wird queere Vielfalt noch zu selten selbstverständlich mitgedacht. Dabei findet der Alltag direkt im Zuhause statt – einem sehr persönlichen Raum, in dem Vertrauen, Respekt und Offenheit besonders zählen.

Queersensible Alltagshilfe leistet mehr als praktische Unterstützung: Sie schafft Sicherheit, Sichtbarkeit und Würde – dort, wo Menschen leben. Ein positives Beispiel ist die AlleFarben Alltagshilfe in Berlin.

Zwei lächelnde Männer sitzen nebeneinander auf einem Sofa.
Erklärvideo

LSBTIQ-sensible Pflege, einfach erklärt

Ein eindrückliches Schulungsvideo der Pflegedienstleitung Annemarie Kröning vermittelt, warum Diversitätssensibilität in der Pflege so wichtig ist – veröffentlicht auf dem Kanal Pflegecampus.

Hintergrundwissen

Häufige Fragen zur queersensiblen Pflege

Vertiefende Antworten für Pflegende und Einrichtungen – und auf Wunsch beraten wir dich persönlich.

Vorträge & Schulungen
Was bedeutet queersensible Pflege – und warum ist sie entscheidend?

Queersensible Pflege erkennt die Vielfalt menschlicher Identitäten an und berücksichtigt Geschlecht, sexuelle Orientierung und Lebensweise als Teil der Biografie und Pflegebeziehung. So entsteht ein Umfeld aus Vertrauen, Sicherheit und Würde – im Krankenhaus, in der Altenpflege und zu Hause. Es ist keine „Sonderpflege“, sondern respektvolle, individuelle Unterstützung.

Welche Handlungsempfehlungen helfen im Umgang mit trans*, inter* und nichtbinären Menschen?

Aktiv nach bevorzugten Namen und Pronomen fragen und sie konsequent verwenden; bei Intimpflege, Untersuchungen und Gesprächen über Körperlichkeit sensibel sein; Wissen über Hormontherapien und geschlechtsangleichende Eingriffe mitbringen – ohne Annahmen über Geschlecht oder Identität.

Warum ist die Anerkennung von Wahlfamilien so wichtig?

Viele LSBTIQ+-Personen bauen Wahlfamilien auf – enge, selbstgewählte Bezugspersonen, die zentrale Pflege- und Unterstützungsaufgaben übernehmen. Werden diese Beziehungen nicht ernst genommen, gehen Informationen und emotionale Unterstützung verloren. Anerkennung bedeutet, Pflege ganzheitlich zu denken.

Wie hat sich die Lage queerer Menschen seit dem §175 entwickelt?

Der §175 stellte gleichgeschlechtliche Beziehungen bis 1994 unter Strafe. Seither markieren die eingetragene Lebenspartnerschaft (2001), die Ehe für alle (2017) und das Selbstbestimmungsgesetz (2024) wichtige Fortschritte. In der Pflege bleiben Schulung und Aufklärung zentral. Mehr unter Warum es uns gibt.

Wie schaffen Einrichtungen eine diskriminierungsfreie Willkommenskultur?

Durch sichtbare Zeichen wie Regenbogenflaggen, inklusive Sprache und Schulungen. Eine diskriminierungsfreie Kultur entsteht, wenn Vielfalt aktiv gelebt wird – in Kommunikation, Räumen und Haltung des Teams. Das AGG bildet den rechtlichen Rahmen; entscheidend ist das tägliche Handeln.

Jetzt sichtbar werden

Mach queersensible Pflege sichtbar.

Trag dein Angebot kostenlos ins bundesweite Verzeichnis ein – in wenigen Minuten und ohne Werbung.